IKZM
Integriertes Küstenzonenmanagement in Deutschland

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit


Umweltbundesamt - Für Mensch und Umwelt

Bundesamt fü Naturschutz

7 IKZM in den deutschen Küstenländern

7.4 Niedersachsen

Niedersachsen - Bildrechte Ute Ahrens, RV Oldenburg
Bildrechte Ute Ahrens, ArL Weser-Ems
Das Küstenmeer, die Inseln und der Küstenraum (Küstenzone) sind ein wichtiger Teilraum Niedersachsens. Um seine ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Belange nachhaltig entwickeln zu können, leistet der Prozess eines Integrierten Küstenzonenmanagements (IKZM) wichtige Unterstützung. Dies erfordert eine räumlich ganzheitliche und Sektoren übergreifende Sichtweise, die alle relevanten Akteure und gesellschaftlichen Gruppen, Verwaltungsebenen und Politikbereiche mit einbezieht.

Das Niedersächsische Raumordnungsgesetz (NROG) in der Fassung vom 18.07.2012 (Nds. GVBl. S. 252) und das Landes-Raumordnungsprogramm Niedersachen (LROP) in der Fassung vom 24.09.2012 (Nds. GVBl. S. 350) mit den dort formulierten Grundsätzen und Zielen bilden die Basis der niedersächsischen Initiative.

Innerhalb der Landesregierung ist das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) federführend für das Querschnittsthema IKZM.

Mit dem Raumordnungskonzept für das Niedersächsische Küstenmeer (ROKK) wurde 2005 ein erster Baustein der niedersächsischen IKZM-Strategie entwickelt. Das Konzept nahm erstmalig raumordnerisch die gesamte niedersächsische Küstenzone (Küstenlandkreise, 12sm Zone und Teile der Ausschließlichen Wirtschaftszone) mit ihren unterschiedlichen Nutzungsansprüchen sowie Schutzinteressen in den Blick und verfasste informelle Grundsätze und Ziele für den Küstenraum.

Das ROKK wurde Grundlage für die weitere Landesplanung Niedersachsens. So für die Ergänzung des LROP 2006, mit der Regelungen im Bereich der 12-Seemeilen-Zone für die Windenergienutzung sowie die Stromnetzanbindung der geplanten Standorte für die Offshoreanlagen in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) getroffen wurden, und für die LROP-Gesamtnovellierung 2008, in der das neune Kapitel „Integrierte Entwicklung der Küste, der Inseln und des Meeres“ Eingang fand.

Das ROKK ist bis heute ein nachgefragtes Konzept und Grundlage weiterer Entwicklungsplanungen in der Niedersächsischen Küstenzone.

Derzeit wird das ROKK-Kapitel „Küstenschutz“ fortgeschrieben. Der voranschreitende Klimawandel und der damit einhergehende prognostizierte Meeresspiegelanstieg erfordern weitere Anpassungen im Küstenschutz. Wesentliche ist dabei die Frage des Bedarfs und der Verfügbarkeit von deichbaufähigem Material. Die LROP-Änderungsverordnung vom 24.09.2012 gibt den unteren Landesplanungsbehörden auf, in deren Regionalen Raumordnungsprogrammen Flächen für die Kleigewinnung zum Küstenschutz mittels Vorranggebietsausweisung zu sichern. Ein kreisübergreifendes Handeln und eine kooperative, konstruktive Zusammenarbeit aller Betroffenen sind dabei von maßgeblicher Bedeutung. Im Rahmen eines breit angelegten IKZM-Prozesses sollen Kleivorkommen identifiziert und spezifiziert, alternative Inanspruchnahmen von Vordeichsflächen verifiziert und Handlungsempfehlungen in der ROKK-Fortschreibung formuliert werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

In der niedersächsischen Küstenzone gibt es inzwischen eine Reihe von interessanten IKZM-Aktivitäten. Mit Einrichtung der niedersächsischen IKZM-Informationsplattform ist ein informelles Transferangebot für alle im Küstenraum tätigen Akteure geschaffen. Die Plattform informiert über bekannte IKZM-relevante Projekte, Planungen und Prozesse in der niedersächsischen Küstenzone.

Weiterführende Informationen: