Überblick der Handlungsfelder
„Klimabedingter Küstenschutz“ und „Tourismus an der Küste“
Eine zentrale Herausforderung für die IKZM-Strategie ist es, eine schlüssige Verbindung zwischen allgemeinen politischen Zielen und wissenschaftlichen Erkenntnissen hin zu praxisfähigen Maßnahmen herzustellen. Zum Erreichen dieses Ziels soll auch die Arbeit des Küsten-Kontors beitragen. Das Küsten-Kontor hat es sich gemeinsam mit dem Projektbeirat zur Aufgabe gemacht, übergeordnet zwei Handlungsfelder – „Klimabedingter Küstenschutz“ und „Tourismus an der Küste“ – inhaltlich zu bearbeiten. Vor diesem Hintergrund hat das Küsten-Kontor für die Bearbeitung dieser Handlungsfelder eine desk research durchgeführt, um einen ersten inhaltlichen Überblick zu bieten.
Rahmenbedingungen
Eine Betrachtung der Handlungsfelder „Klimabedingter Küstenschutz“ und „Tourismus an der Küste“ muss die Rahmenbedingungen bedenken, die an Nord- und Ostsee gegeben sind:
- Gesamte Küstenlänge Deutschland: 3.700 km; davon Nordsee mit Inseln 1.580 km; Ostsee 2.120 km (inkl. Boddengewässer und Inseln);
- Überflutungsgefährdet sind die Landflächen niedriger als 5 m über dem Meer an der Nordseeküste bzw. niedriger als 3 m über dem Meer an der Ostseeküste; ein Großteil davon ist derzeit durch Deiche geschützt;
- In diesem Gebiet leben 3,2 Mio. Menschen;
- Der volkswirtschaftliche Wert (Gebäude, Infrastruktur etc.) in diesem Gebiet beläuft sich auf mehr als 500 Milliarden Euro;
- Mehr als 1 Mio. Arbeitsplätze sind dort angesiedelt;
- Risiken bestehen für die Großstädte (Hamburg, Bremen) an der Nordsee durch Sturmfluten sowie für die Ostseestädte Kiel, Lübeck, Rostock und Greifswald (mangels Deichschutz teilweise überflutungsgefährdet);
- Tourismuszentren an Nord- und Ostsee droht der (Teil-)Verlust ihrer Strände;
- Kosten für Küstenschutzmaßnahmen, v.a. durch Deichbau und Sandvorspülungen, werden stark steigen;
- Langfristig könnten große Teile der ökologisch wertvollen Salzwiesen und Wattflächen verloren gehen.